Die Informations- und Diskussionsplattform zur neuen JVA in Rottweil am Esch


Alle Kommentare auf einen Blick

  • From Brigitte Binder on Meinungen

    Es verwundert mich sehr, dass in Rottweil eine neue JVA in der Größe gebaut werden soll. Denn, die Gefangenen-Zahlen sind bundesweit rückläufig, wie z.B. das Statistische Bundesamt ausweist. Denn glücklicherweise sinkt die Kriminalitätsrate und damit auch die Verurteilungsrate in unserem Land. Zudem haben wir ein Bevölkerungswachstum von nur 0,2%. Somit ist klar: es braucht auch weniger Gefängnis-Plätze! Viele JVAs werden inzwischen wieder geschlossen (z.B. in Niedersachsen – dort werden Gefängnisse wegen Unterbelegung aufgelöst – was recht kostenintensiv ist und weitere Bauruinen hinterlässt!) Wie sieht die Stadt Rottweil und seine Verantwortlichen diese Problematik? Würde in 20 Jahren das neue JVA auch geschlossen, weil zu wenig Gefangene da sind? Gibt es nicht genügend andere JVAs im Land, die Häftlinge aufnehmen könnten? Muss statt dessen mit vielen Ressourcen, die anderswo im Sinne der Bürger besser eingetzt werden könnten, und mit vielen Verlusten für Natur und Anwohner ein neues Gefängnis gebaut werden?
    Rottweil braucht kein derartiges Prestigeprojekt, sondern Natur und Erholungsraum für alle, die dort leben!

    • From Reiner Baier on Meinungen

      Frau Binder hat in einigen Punkten, wie fallende Gefangenenzahlen, weniger Verurteilungen u.s.w. recht und das ist auch gut so. Jedoch soll durch den Neubau einer JVA hier vor Ort keine zusätzlichen Haftplätze entstehen (unrentable kleine Anstalten werden geschlossen), sondern moderne Haftplätze mit abgetrennten Sanitärbereichen, Gemeinschafts – und Schulungsräumen, Sportmöglichkeiten, Berufsausbildungsplätzen …. um einem dem Gesetz entsprechen Strafvollzug zu ermöglichen.

      In Baden – Württemberg gibt noch einige JVA´s, auch größere, die dem Standard der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, nämlich die menschenwürdige Unterbringung, nicht genügen. Es fehlt somit an Haftplätzen für eine verfassungsgemäße Unterbringung.

      Ich glaube aber nicht, dass man eine JVA als Prestigeprojekt bezeichnen kann, sondern als notwendige Einrichtung um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und um unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, nämlich Straftäter nach der Verbüßung ihrer Strafe durch die Resozialisierungsmaßnahmen während des Vollzugs (die Hoffnung stirbt zuletzt), wieder in unserer Gesellschaft zu integrieren. Dem dürfen wir uns nicht verschließen.

      Verständlich sind Ängste im Zusammenhang mit dieser Einrichtung, deshalb wäre es wünschenswert, sich mit dem Thema Strafvollzug als Maßnahme zu befassen und sich nicht nur auf das Gebäude zu reduzieren.

      Es gibt viele gute Meinungen, pro und contra, in diesem Portal. Viele Bürgerinnen und Bürger, die sich noch nicht entscheiden können, nehmen diese Meinungen vielleicht zum Anlass um ihre eigene Meinung zu bilden. Deshalb ist es wichtig, dass Meinungsbegründungen auf fundiertem Wissen basieren und nicht aus Vermutungen, oder gar falschen Tatsachen wie z.B. eine JVA bringt keine Arbeitsplätze u.s.w..

      Ich bin für den Neubau einer JVA auf der Gemarkung Rottweil. Über den Standort “Esch” lässt sich streiten, aber eine Alternative ist es allemal.

    • From Sabine Kopp on Meinungen

      Auch ich bin klar gegen den Standort in RW – egal ob dies Esch, Hochwald oder Bitzwäldle ist. Stallberg wäre – da bereits als Bauerwartungsland ausgewiesen – für mich vorstellbar gewesen. Dies hat sich ja nun erledigt.
      Natürlich ist es wichtig, zeitgemäße Unterbringungen zu schaffen in JVA’s. Natürlich geht es auch darum, dass Häftlinge die Möglichkeit bekommen, von Angehörigen besucht zu werden und die Chance, möglichst gut resozialisiert werden.
      Dies ist sicher auch in Meßstetten möglich, da bin ich sicher – und wäre vom Aufwand her (z.Bsp. Busverbindungen verbessern) sicher wenig aufwändig. Auch die früher dort stationierten Kasernensoldaten sind in der Regel am WE zu ihren Angehörigen und Freunden gependelt und haben dies auch hinbekommen…da hat damals keiner danach gefragt.
      Letztlich ist es eine Frage der Gewichtung der einzelnen Argumente. Und ich persönlich gewichte gerade mit Blick in die Zukunft und für kommende Generationen den Erhalt von Fläche und Natur als sehr hoch. Wie viel “Verbauung” soll denn noch statt finden? Gerade dann, wenn es sogenannte Konversionsflächen gibt, die als Alternative im Raum stehen. Und ich bin sicher, dass RW auch in Zukunft noch genug andere Möglichkeiten hat, attraktiv zu bleiben und auch Gelder einzustreichen. Ein weitsichtiger OB und auch ein verantwortungsvoller Gemeinderat zeichnet sich auch dadurch aus, dass nicht nur “Gelder” eine Rolle spielen, sondern auch Ressourcen – und Flächenerhalt. Gerade auch in der Verantwortung für kommende Generationen.
      Und die Gestaltung des Neckartales und eines guten Radwegenetzes ist auch ohne den Neubau einer dortigen JVA attraktiv…
      Zudem wird immer wieder angeführt, dass es auch für die ansässigen Firmen ein Gewinn wäre, die JVA in RW zu bauen, da Strafgefangene arbeitspflichtig sind und verschiedene Dienstleistungen und Montagearbeiten ausführen. Dazu noch eine Bemerkung, die ich hier noch nirgends gelesen habe – im Kreis RW gibt es verschiedene Einrichtungen für Menschen mit Behinderung – diese arbeiten größtenteils in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) und sind ebenfalls auf Aufträge von Firmen in der näheren Umgebung angewiesen, gerade auch im Bereich von Montagearbeiten etc. Eine größere JVA würde hier sicherlich ein Konkurrent dazu sein und sich entsprechend die Arbeitsbedingungen und die Auftragslage verschärfen.
      Ich verstehe durchaus die Argumente der Befürworter – doch ich teile sie nicht, denn meine Gewichtung ist eine andere. Ich bin gegen den Standort RW – und für Meßstetten.

      • From Reiner Baier on Meinungen

        Sehr geehrte Frau Kopp,

        Sie vertreten eine tolle und fundiert Meinung, die meinen vollen Respekt verdient, aber leider nur bis zu Ihrem letzten Abschnitt.

        Wenn Sie diesen Abschnitt tatsächlich auch für das für und wider einer JVA in Rottweil hernehmen und für Meßstetten plädieren, muss einfach hinterfragt werden: Hat der Zollernalbkreis keine Behindertenwerkstätten, die dann mit einer JVA konkurieren müssen? Ach so, ja ich vergaß, Meßstetten liegt ja ca. 40km von Rottweil entfernt.

        Es grüßt Sie
        R. Baier

        • From Sabine Kopp on Meinungen

          Sehr geehrter Herr Baier!

          Ob Meßstetten selbst Werkstätten für Menschen mit Behinderung hat weiß ich tatsächlich nicht. Im Kreis RW ist es mir bekannt. Hier existieren mehrere Einrichtungen. Und wenn ja, gilt selbstverständlich auch hier ebenso, dass sich durch eine JVA die Konkurrenz gerade in Bezug auf Vergabe von Montagearbeiten etc. verschärfen würden. Mir fiel schlichtweg auf, dass dieser Aspekt noch nirgends zur Sprache kam und vielleicht auch Vielen so nicht bewusst ist.
          Und ebenso ist mir bewusst, dass es – egal wo – keinen Standort geben wird, der “ideal” ist. Genau deshalb ist es für mich letztlich die Frage, welche Kriterien welche Gewichtung haben bei jedem einzelnen.
          Und da sehe ich für mich vorrangig das Kriterium der Konversionsfläche entgegen unverbauter und nicht versiegelter Natur – und landwirtschaftlich genutzter Fläche. Wäre Tuningen als Standort noch im Gespräch, so wäre dies für mich aus ebenjenem Grund auch vorstellbar. Oder hätte RW noch ein solches bereits erschlossenes und zum jetzigen Zeitpunkt brachliegendes Gelände, das für einen JVA – Neubau in Frage käme, so könnte ich auch hier zustimmen.
          Ich wiederhole gerne – ich kenne und verstehe viele der angeführten Argumente der Befürworter einer JVA in RW. Ich teile sie jedoch nicht. Sie wiegen für mich nicht so stark wie der Schutz und der Erhalt von Natur, Tierwelt und Fläche auch für die kommenden Generationen, dort, wo es möglich ist.

  • From Jens Jäger on Meinungen

    Rottweil braucht diese JVA! Schlüsselzuweisungen, Arbeitsplätze, Sicherung des Justizstandortes Rottweil sind positive Auswirkungen und ein klares Plus für dieses Projekt.
    Schlüsselzuweisungen dienen uns auch zur Entwicklung unserer Stadt. Gelder, die für Schulen, Kindergärten, Jugendarbeit u.v.a. sind ein Segen!

    Unsere Gesellschaft trägt Verantwortung für einen humanen und modernen Strafvollzug.
    Wirtschaftliches und soziales Denken und Handeln führt zu einer Zusammenlegung der alten und nicht mehr zeitgemäßen Haftanstalten. Rottweil sollte sich hier stark machen und auch starke Signale nach Stuttgart senden.
    Die Haltung, die einige Menschen hier an den Tag legen…”Wasch mich, aber mach mich nicht nass! …kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wir haben auch Verantwortung für Menschen, die leider vom Weg abgekommen sind.Warum auch immer. Wir haben die Pflicht und Aufgabe, diesen Menschen Möglichkeiten zu bieten, um wieder in ein ” gutes Leben” zurück zu finden.

    Herzliche Grüsse Jens Jäger

    • From Annette Sigel, Zimmern on Meinungen

      Hallo lieber Jens!

      Ich möchte dir nur sagen, dass ich das Esch für einen der schlechtesten Plätze halte, die bisher vorgeschlagen wurden. Du kennst die Neckarburg und ihre idyllische Umgebung wahrscheinlich selbst noch. Es ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel, und in dem Biergarten der hier eröffnet hat findest du meist nur nach Warten einen Platz zum Einkehren. Ich denke immer noch, dass es im Umkreis Standorte gibt, die geeigneter wären und bei denen es nicht so sehr auf die Kosten der Natur geht – apropos wurde/wird da überhaupt gut recherchiert?
      Viele Grüße
      Annette Sigel

  • From Günter Lindenlauf on Meinungen

    Liebe Mitbürger,
    es ist eine Schande und schon ekelhaft lesen zu müssen wieviel Egoismus sich an einem Thema JVA hochschaukelt und an der Sache (einsitzende ” Verbrecher”) in unwürdiger und undemokratischer Weise entzündet. Es wird angeführt, dass – Schlagwörter: Resourcenverbrauch, Naturverschandelung, Versiegelung (die Stellplätze der Kritiker sind bestimmt regendurchlässig), Scheinwerferlicht, unschöne hohe Mauern, Drogenhandel usw. – es im Esch, am Hochwald und Bitzwäldle aus diesen Gründen keine JVA geben dürfte.
    Ich schäme mich in dieser Gesellschaft leben zu dürfen. Es wäre ein leichtes viele Rezibrokgründe für eine JVA anzuführen. Der kategorische Imperativ verbietet es mir Ängste in der Bevölkerung nicht ernst zu nehmen.
    Die Mehrzahl der Bürger ist für die JVA im Esch, denke ich. Das wäre ein gutes Zeichen für ein Miteinander.
    In eigener Sache: Es ist herrlich im Esch zu wandern, den Umlaufberg (Naturwunder geol.) visuell zu genießen, Holunderblüten zu sammeln, den ersten Huflattich für Tee einzutüten, Ruhe und Gezwitscher zu lauschen, wenn da nicht die Autobahn (ist mir auch wichtig) wäre! Vielen Dank liebe Natur! Wir Menschen brauchen Gut und “Böse” forcieren wir das Gute. Danke hier leben zu dürfen!

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